Im Schatten der Achttausender

Die Krönung eines Urlaubs in Südtirol ist zweifelsohne der Besuch eines der sechs Messner Mountain Museen. Ostern 2019 waren wir in Firmian im Messner Mountain Museum auf Schloss Sigmundskron bei Bozen und hatten Glück: Wir trafen Reinhold Messner persönlich an diesem Tag zum Schluss unseres Rundgangs.

Der Höhepunkt unseres Rundgangs: Treffen mit Reinhold Messner.

Nach einem sehr kalten und langen Winter wächst die Sehnsucht nach Sonne und Wärme mit jedem Tag. Was gibt es Schöneres, als ein kurzer Urlaub in Südtirol mit seinen traumhaften Bergen und einer Landschaft, die zum Radeln und Wandern einlädt. Zu unserem kurzen Osterurlaub 2019 führte uns der Weg nach Girlan in der Nähe des Kalterer Sees. Als perfekten Ausgangspunkt für unsere Touren haben wir den Girlaner Hof auserkoren. Das in Familienhand geführte Hotel liegt eingerahmt von wunderschönen Weinbergen auf einem Hügel mit einem tollen Ausblick.

Idealer Ausgangspunkt zum Radeln und Wandern: Der Girlaner Hof.

Entspannung pur bieten die vielen Wanderrouten beispielsweise zu den Montiggler Seen oder Schloss Hocheppan, Schloss Korb sowie das Messner Mountain Museum. Das Messner Mountain Museum in Sigmundskron ist quasi das Herzstück von Reinholder Messners Museenprojekten und beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Berg und Mensch. Der verzauberte Berg ist eine Daueraustellung und ein Muss eines jeden Urlaubs in dieser Gegend. Wir fahren mit den Mountainbikes von Girlan aus durch den Wald nach Firmian zum Museum.

Das Messner Mountain Museum in Firmian.

Der Karfreitag ist traumhaft und die Temperaturen ideal für einen Ausflug. Trotzdem hält sich der Andrang in Grenzen und wir können uns das Refugium von Messner in aller Ruhe anschauen. Die Faszination Berg und Mensch ist omnipräsent und spiegelt dieses Thema selbst in den kleinsten Nischen der Burgmauer.

Die gefühlte Nähe zu den Achttausendern und dem Himalaya ist perfekt und wird durch die zahlreichen Ausstellungen von Büchern, Bilder, Gemälden bis hin zu Gebetsräumen und vergangen Relikten der Bergsteiger einfühlsam transportiert.

Gebetsraum im Museum.

Wie paralysiert stehen wir vor so manchem Bild und können uns vorstellen, welcher Mut und welche Qualen hinter der Besteigung dieser Himmelsdächer stecken muss. Aber auch vor Schicksalen macht die Ausstellung keine Ausnahme und zeigt beispielsweise einen der gefundenen Bergstiefel von Reinhold Messners verunglücktem Bruder Günther. Stundenlang kann sich der Besucher so in diesem Museum aufhalten und ohne aufkommende Langeweile dem Thema Berg und Mensch widmen. Wir waren begeistert, und der Nachhall dieser Eindrücke gekrönt vom Treffen mit Reinhold Messner, wird noch lange anhalten.

Als Tipp der besonderen Art gelten die bekannten Eislöcher. Sie liegen zwischen Eppan und Kaltern und können mit dem Mountainbike von Girlan aus in gut 1,5 Stunden erreicht werden. Sehenswert ist auch die Flora in dieser Gegend. Denn hier gedeihen, in einem von Felstrümmern übersäten schütteren Wald auf 500 Meter Meereshöhe Pflanzen, die normalerweise erst ab 1200 Meter im Hochgebirge wachsen.

Aber warum Eislöcher? Das Gebiet rund um die Eislöcher ist von sogenannten Porphyrschuttmassen geprägt. An den oberen Öffnungen dieser Blöcke fließt warme Luft hinein, die am Fels abkühlt. Die kalte Luft strömt anschließend nach unten und entweicht an den unteren Öffnungen der Gesteine als eiskalte Luft. Eine Tour, die besonders im heißen Sommer für Abkühlung sorgen dürfte.